Predigt Konfirmations - Gottesdienst 2006 am 9. April 2006 in Wilhelmsdorf

 

Predigt: Johannes 15

 

Einleitung: Drei Pflanzen – welche würdet Ihr mitnehmen?

 

Ist das Euer Ernst? Ihr wollt Pflanzen mitnehmen, die in wenigen Tagen im Mülleimer landen, verwelkt, kaputt und unbrauchbar?

Und das nur, weil sie im Moment einfach schöner aussehen?

Die einzig Wertvolle dieser drei, das müsste doch der Weinstock sein, denn, stellt Euch mal vor, es gäbe keine Weinstöcke, dann hättet Ihr gestern Abend zum Abendmahl einen Schluck Wasser bekommen, statt einen guten Tropfen Traubensaft bzw. einen edlen Tropfen Wein.

 

 

Jesus hat weder Rosen noch solch ein Gesteck, sondern den Weinstock als Vergleich gebraucht, um damit etwas deutlich zu machen.

 

So heißt es in Johannes 15,5:

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm. der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

 

Nun eine Rebe habe ich jetzt nicht dabei, dazu ist die falsche Jahreszeit, deshalb helfe ich mir mit einem Foto. Für die Nichtwinzer: das ist der Weinstock, das ist die Rebe, dazu kommt die Frucht und es fehlt noch der Weingärtner, den kann sich jeder vorstellen.

 

Aber, ganz ehrlich, besonders attraktiv sieht das Ding ja nicht aus, besonders im Vergleich zu diesen wunderbar aussehenden Teilen hier.

 

Ähm, wie ist es denn mit dem Christsein heute?

Ist das auch so unattraktiv?

Was bringt es einem heute Christ zu sein?

Sind Christen jene, die zum 18. Geburtstag per Gebet einen Ferrari geschenkt bekommen;

oder sind Christen Schüler, die typische 1er Kandidaten in der Schule sind – dann war ich nie Christ?

Sind das Leute, die immer und steht’s freundlich sind und die ihren Eltern aufs Wort gehorchen? (Welch ein Traum für Eltern, oder?)

 

Was bringt es, Christ zu sein, sich auf Gott, den Weingärtner, auf Jesus, den Weinstock, einzulassen, wie es hier beschrieben wurde?

 

Schauen wir uns einmal die verschiedenen Elemente dieses Bildes noch einmal an.

 

Da ist der Weingärtner. Ich weiß nicht, ob Ihr mal zugeschaut habt, wie der Weingärtner im Herbst die Weinstöcke bearbeitet. Das sieht brutal aus. Da bleibt von all dem, was an der Rebe dran ist, nicht mehr viel übrig. Radikal greift er ein und beschneidet unendlich viel.

Wir haben auch einen Weinstock im Garten und in einem Herbst tat es uns einfach zu leid, die toll gewachsene Rebe so weit zurück zu schneiden. Ergebnis: im folgenden Jahr hatte das Ding nur kleine Trauben und diese waren auch noch so richtig knutsche sauer, unbrauchbar.

Das heißt, ein guter Weingärtner, der sein Handwerk versteht, beschneidet die Reben gründlich, damit gute Frucht entsteht.

 

Ihr habt zu einem großen Teil eine solche „Beschneidung“ auf der Freizeit erlebt. Ihr erinnert Euch noch an den Samstagabend, an dem es um das Thema Vergebung ging – wie gestern Abend auch. Damals haben nicht wenige von Euch geweint, weil Euch Dinge bewusst geworden sind, die Euch weh taten oder auch Schuld, die andere  Euch oder Ihr anderen angetan bzw. zugefügt haben.

Aber, dabei geht es gar nicht um dieses beschnitten werden, sondern um die Frucht, die daraus erwächst.

Jemand von Euch drückte es nach der Freizeit so aus:

„Zwar sind bei mir manche Verletzungen hoch gekommen, mit denen ich nicht gerechnet hatte; aber es sind auch Heilungen meiner inneren Verletzungen passiert und das war cool.“

 

Das ist ein wesentliches Merkmal von dem, was es heißt Christ zu sein: ich kann Vergebung erfahren, darf erleben, dass innere Verletzungen, Dinge, die mir sehr weh tun oder weh getan haben, egal, wie lange sie zurück liegen, heil werden und ich frei davon werde.

 

Ihr habt beschrieben, wie Ihr Christen erlebt habt. Da waren auf der einen Seite diejenigen, die auf Euch zwanghaft und verkrampft wirkten oder die das Leben nur unter der Angst lebten, zu sündigen, Menschen, die selten lachen oder fröhlich sind. Vielleicht meinen diese, dass sie und wenn mit aller eigenen Kraft, besonders fromm sein müssten.

Auf der Freizeit hat Euch beeindruckt, wie offen viele Mitarbeiter waren, bereit waren von sich zu erzählen, sich allen Fragen stellten. Das offene Miteinander, die Gemeinschaft war einfach ein großes Geschenk.

Ich sage es mal fromm. es war eine Frucht, die durch die Verbindung der Rebe zum Weinstock entstanden ist. Es war eine Frucht, die daraus entstand, dass die Mitarbeiter untereinander zu einer Einheit wurden am Weinstock; und das ging auch nicht ohne Seelsorge.

 

Jesus sagt hier ganz schlicht: bleibet an mir dran, ich will auch an Euch bleiben!

 

Um diese Nahtstelle, liebe Jugendlichen, ging es mir im gesamten Konfi – Unterricht. Egal welche Themen wir besprochen haben

 

Letztlich lief alles auf die Ermutigung hinaus:

Lasst Euch auf Jesus ein, habt den Mut dazu, trotz aller gemachten Erfahrungen mit uns Christen und erlebt die Frucht, die nur daraus erwächst, dass man sich als Rebe an den Weinstock bindet.

Wer aus eigener Kraft versucht, Frucht zu bringen, kann in die Gefahr rutschen, unendlich viel Kraft einzusetzen für einen verkrampften Erfolg.

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Je enger die Beziehung zu Jesus ist, desto mehr werden die Früchte wachsen.

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Je mehr Ihr vergeben könnt und Vergebung erfahrt – desto freier, unbeschwerter könnt Ihr leben;

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je mehr Ihr Versöhnung erleben dürft, desto intensiver werden Beziehungen zu anderen Menschen;

ja und Jesus sagt, wenige Zeilen später, dass wir, wenn wir so am Weinstock bleiben, wir bitten können, was wir wollen, es wird uns widerfahren.

Das heißt nun nicht, dass all Eure Bitten erhört werden, aber dass er viele Eurer Bitten erhören wird. Denkt an die kleinen Karten, durch die ich Euch ermutigt habe, wirklich konkret Gott um Dinge zu bitten. Konkret; je konkreter, desto besser.

So wie einer von Euch folgende Erfahrung machte:

->T.L. à Klassenarbeit!

Gott hat Humor!!

à G. Konfi – Kotzbrocken.

 

Mit dem heutigen Tag endet unsere gemeinsame Zeit - leider, ich würde gerne mit Euch weiter machen. Ich freue mich, dass ich viele von Euch im Jugo – Team als Mitarbeiter weiterhin erleben darf und freue mich auf die Zusammenarbeit.

 

Ich möchte Euch heute zum Abschluss fünf Dinge auf den Weg geben:

Mein Wunsch für Euch ist:

  

 

1.    Bleibe am Weinstock, ja lass Dich noch mehr auf den Weinstock, Jesus und den Weingärtner, Gott ein.

2.    Mache noch viele Erfahrungen mit dem, was daraus an Frucht erwächst. Ich wünsche mir, dass Du den bunten Blumenstrauß Gottes erfährst, seinen Humor, seine Liebe, seine Kraft, seine Freundlichkeit… Bete, bete konkret!

3.    Wenn Du derzeit Mühe hast mit Gott, aus welchen Gründen auch immer, so habe mit Dir Geduld. Wirf die Erfahrungen, die Du in den Monaten gemacht hast nicht weg und wenn Du irgendwann einmal Verbindung mit Gott aufnehmen möchtest, gehe auf jemanden zu, der Dir dabei helfen kann.

4.    Bleibe nicht alleine: suche Gemeinschaft mit anderen, ermutigt Euch gegenseitig, lasst Euch teilhaben an den Erfahrungen im Glauben.

5.    Und lass Dich begleiten, gehe auf jemanden zu, wenn Dich etwas belastet, bedrückt, Du Fragen und Zweifel oder Unsicherheiten hast. Schnappe Dir eine Person Deines Vertrauens. Denke daran, Erwachsene brauchen das auch.

Ich möchte mich bei Euch bedanken für das Vertrauen und die Offenheit, die ich von Euch erfahren durfte. Vieles von dem, was Ihr gesagt oder geschrieben habt, hat mich bewegt – und tut es teilweise heute noch.  

 

(Stefan Geiger)       

 

Und das sind unsere Konfirmanden bzw. Täuflinge 2006:

Matthias van Aken

Nico Bechthold

Pascal Becker

Olga Bredin

Ann-Katrin Brehm

Arne Brehm

Johanna Fausel

Leah Fritz

Joscha Glage

Johannes Glaser

Maximilian Glaser

Samuel-Louis Glißmann

Helen Gross

Dennis Habel

Sarah Häckel

Annabell Hafner

Robert Hertner

Ruben Hilbert

David Hötzel

Judith Jäger

Milan Koch

Patricia König

Julian Konsek

Simon Kostelecky

Sandra Kramer

Ralf Krich

Pascal Längin

Thomas Lulikat

Julius Metzger

Manuel Metzger

Priscilla Ohl

Olivia Ortlieb

Lydia Pfefferle

Marco Reichle

Alexander Romeni

Milena Ruppel

Stefanie Schäfer

Franziska Schmidt

Helen Schübert

Waldemar Seibel

Lisa-Maria Spahr

Tobias Stäbler

Franziska Steudel

Fabian Stöhr

Manuel Weller

Robin Wurster

Annika Lena Ziegler

Lukas Ziegler

                            

  

 

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